Der Pontoniersport heute
Das Wasserfahren wird heute als Sport betrieben, wobei jeweils zwei Wettkämpfer einen Fahrtrupp bilden. Steuermann und Vorderfahrer sind ein Team, welches das Schiff (Boot oder Weidling) auf optimale Weise auf dem Wasser fortbewegt und an den richtigen Ort hinführt.Dabei wird nicht nur Kraft gefordert, sondern auch Geschicklichkeit und genaue Kenntnisse des Wassers, die nur durch jahrelanges Üben erworben werden können.
So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass vielfach der Vater mit seinem Sohn im gleichen Schiff steht. Ungestüme jugendliche Kraft und abgeklärte Erfahrung ergänzen sich so auf ideale Weise. Der Pontoniersport kann während Jahrzehnten ausgeübt werden, und auch mit vierzig Jahren gehört man noch nicht zum alten Eisen. Jung und alt bilden zusammen die Grundlage für die sprichwörtliche Pontonierkameradschaft.
Jährllich werden etwa vier gesamtschweizerische Wettfahren durchgeführt. Daneben kommen noch verschiedene kleine Wettfahren und Spezial- wettkämpfe zur Austragung. Der Wettkampfparcours kann mit einem Hindernislauf auf dem Wasser verglichen werden. Es geht darum, verschiedene Übungsteile möglichst schnell und präzise sowie stilistisch einwandfrei zu absolvieren.
Die Wettfahren werden als Einzel- und Sektionswettfahren durchgeführt. Das Einzelwettfahren erfolgt parrweise, während beim Sektionsfahren vier Mann, also zwei Fahrtrupps im Schiff sind, die sich gegenseitig ablösen. Dabei wird die Sektion vom Fahrchef geleitet.
Die wesentlichen Übungsteile bei einem Einzelwettfahren sind:
- Stachelfahrt
- Abfahrt unterhalb einer Stange oder eines markierten Felsens
- Einfahren in die Brückenlinie (Geschicklichkeit)
- Durchfahrt zwischen markierten Brückenpfeilern
- Landung auf ein bestimmtes Ziel
- Landung auf höchstes Ziel (möglichst hoch am Gegenufer landen)
Bei Sektionswettfahren kommen noch eine gemeinsame Stachelfahrt und ein Übersetzen in Linie dazu. Bei diesen Phasen wird auch die Zusammenarbeit der ganzen Sektion beurteil. Eine Gruppe besteht aus mindestens drei, höchstens aber sechs Schiffen. Grössere Sektionen fahren deshalb in mehreren Gruppen.
Die einzelnen Übungen richten sich nach den Ufer- und Flussverhältnissen am Wettkampfort. Auch die Reihenfolge der einzelnen Übungsteile kann beliebig festgelegt werden. Für die Beurteilung eines Wettfahrens wird eine Maximalpunktzahl festgelegt. Fehler oder das Nichterreichen der Idealzeit werden in Abzug gebracht. Auszeichnungen erhalten diejenigen Fahrerpaare, denen es gelingt, sich
vordersten Ranglistenviertel zu klassieren. Dazu ist regelmässiges, hartes Training erforderlich. Seit ein paar Jahren werden auch im Pontoniersport die vorderen Ränge immer härter umkämpft, was sich in den geringen Punkterückständen an der Spitze zeigt.
Viele weitere Aktivitätet sind in den letzten Jahren dazugekommen und immer wieder wird versucht, den Pontoniersport noch attraktiver zu machen. So werden heute an Eidg. Wettfahren folgende Spezialwettkämpfe zusätzlich ausgetragen:
Schwimmen
200m freistil. Austragungsort je nach den vorhandenen Möglichkeiten (Hallenbad, Freibad oder im Fluss)
Einzelschnüren
Absolvieren eines vorgegebenen Parcours mit verschiedenen Knoten auf Zeit und ohne Fehler
Schnüren eines Objektes
erstellen eines Schnürobjektes in der Gruppe à 3 Mann auf Zeit und ohne Fehler
Bootfährenbau
Erstellen einer Bootfähre über einen Fluss in der Gruppe à 9 Mann auf Zeit und ohne Fehler